Geschichte
Der Frankfurter Kaufmann Heinrich (Enrico) Mylius (1769-1854) ließ sich Ende des 18. Jahrhunderts mit seiner Ehefrau Friederike, die aus Weimar stammte, in Mailand nieder. Binnen weniger Jahre gelangte er dort als Unternehmer in der Seidenproduktion, im Textilhandel und Bankwesen zu Wohlstand und Ansehen. Von Mailand aus pflegte er gute Kontakte zu den Persönlichkeiten des Weimarer Hofs, insbesondere zu Johann Wolfgang Goethe, mit dem er zeitlebens freundschaftlich verbunden blieb.

Mylius war ein eindrucksvoller, vielseitiger Mann, der seinen Erfolg als Unternehmer auch anderen zugute kommen ließ: So finanzierte er zahlreiche sozialkaritative Einrichtungen, gründete eine technische Hochschule und förderte Künstler durch Aufträge und Preise. Sein Verdienst um den kulturellen Austausch zwischen Italien und Deutschland ist immens.
1829 erwarb Heinrich Mylius einen Landsitz oberhalb des Comer Sees in Loveno für seinen Sohn Julius, der plante, sich mit Luigia Vitali aus aristokratischer Mailänder Familie zu verheiraten. Doch Julius starb im Folgejahr kurz nach der Hochzeit. Der Vater ließ daraufhin das Anwesen zu einem Gedächtnisort mit zahlreichen Skulpturen und Bildern ausgestalten.
Die junge Witwe, Luigia, heiratete in zweiter Ehe Ignazio Vigoni. Ihr Enkel gleichen Namens, Ignazio Vigoni junior (1905-1983), hinterließ den Besitz am Comer See testamentarisch der Bundesrepublik Deutschland, um der Freundschaft des Gründervaters Heinrich Mylius zu Johann Wolfgang Goethe und Alessandro Manzoni „ein ehrendes Andenken“ zu bewahren und um die Tradition der deutsch-italienischen Begegnungen fortzusetzen.
Diese „Mission“ erfüllt seither der italienisch-deutsche Verein Villa Vigoni e.V. [mehr]






