Annual Program 2013
31.10.2012 – 03.11.2012Event 2012
Aiming to Perfection. Changing European Conceptions and Practices: Solidarity(-ies)
Coordination: Dr. Mirko Breitenstein, Dresden; Prof. Dr. Gert Melville, Dresden; Prof. Dr. Gregor Vogt-Spira, Marburg
Die europäische Kultur zeichnet sich seit der Antike durch ein kontinuierliches Verlangen nach Vollkommenheit aus. Diesem liegt die Vorstellung zugrunde, dass es prinzipiell optimale Ausformungen des individuellen und sozialen Lebens gäbe und dass man im durchaus imperativen Sinne danach zu streben habe, sie zu verwirklichen. Ziel der Tagung ist es, dieses Verlangen am am Thema “Sorge(n)” für den Nächsten und die Gemeinschaft auf konzeptioneller wie auf pragmatischer Ebene einer diachron vergleichenden Analyse zu unterziehen.
Mit “Sorge(n)” ist eine innere Haltung bezeichnet, die in ihren vielfältigen Ausprägungen und Formen darauf gerichtet ist, soziale Beziehungen zu stiften. Zugleich beschreibt das Sorgen um den Nächsten das praktische Bemühen um Sozialformen, die vom schlichten Gedanken eines Ausgleichs bis hin zu elaborierten Modellen einer Gesellschaft reichen kann, die in Reziprozität und (gegebenenfalls) gegenseitiger Achtung gründet. Zu untersuchen ist somit ein ganzes Spektrum an Konkretisierungen dieser “Sorge(n)” und des “Sorgens”, die in Gestalt von Nächstenliebe, Patronage, Solidarität, caritas, Wohltätigkeit, Mildtätigkeit etc. entsprechend ihrer jeweiligen historisch bedingten Ausformung zu fassen sind. Gemeinsam ist jenen Konzeptionen stets ein Zugriff auf den Einzelnen, um diesen in harmonisch-ausgleichende Gesellschaftskonfigurationen einzubinden. Annahmen einer kulturanthropologischen Grundlegung des Sorgens für den Nächsten waren dabei im Übrigen nicht selten auch Teil von Staatsutopien. Diese sind somit nicht zuletzt Indikatoren eines breit angelegten Bemühens, dem Verlangen nach Vollkommenheit in Form von Entwürfen einer idealen Ordnung Ausdruck zu verleihen.
Mit “Sorge(n)” steht mithin ein Grundwert der europäischen Geschichte im Zentrum, der zugleich einen Baustein im Rahmen unserer Tagungsreihe “Verlangen nach Vollkommenheit” darstellt. Im Aufgriff der gesamten historischen Spannweite der europäischen Kultur sind die Ausformungen jeweils sowohl der konzeptionellen als auch der Handlungsebene zu analysieren. Am Ende soll eine dokumentierte Gegenüberstellung verschiedener Konzeptionen des Begriffs und des Umgangs mit ihnen stehen.
Mit “Sorge(n)” ist eine innere Haltung bezeichnet, die in ihren vielfältigen Ausprägungen und Formen darauf gerichtet ist, soziale Beziehungen zu stiften. Zugleich beschreibt das Sorgen um den Nächsten das praktische Bemühen um Sozialformen, die vom schlichten Gedanken eines Ausgleichs bis hin zu elaborierten Modellen einer Gesellschaft reichen kann, die in Reziprozität und (gegebenenfalls) gegenseitiger Achtung gründet. Zu untersuchen ist somit ein ganzes Spektrum an Konkretisierungen dieser “Sorge(n)” und des “Sorgens”, die in Gestalt von Nächstenliebe, Patronage, Solidarität, caritas, Wohltätigkeit, Mildtätigkeit etc. entsprechend ihrer jeweiligen historisch bedingten Ausformung zu fassen sind. Gemeinsam ist jenen Konzeptionen stets ein Zugriff auf den Einzelnen, um diesen in harmonisch-ausgleichende Gesellschaftskonfigurationen einzubinden. Annahmen einer kulturanthropologischen Grundlegung des Sorgens für den Nächsten waren dabei im Übrigen nicht selten auch Teil von Staatsutopien. Diese sind somit nicht zuletzt Indikatoren eines breit angelegten Bemühens, dem Verlangen nach Vollkommenheit in Form von Entwürfen einer idealen Ordnung Ausdruck zu verleihen.
Mit “Sorge(n)” steht mithin ein Grundwert der europäischen Geschichte im Zentrum, der zugleich einen Baustein im Rahmen unserer Tagungsreihe “Verlangen nach Vollkommenheit” darstellt. Im Aufgriff der gesamten historischen Spannweite der europäischen Kultur sind die Ausformungen jeweils sowohl der konzeptionellen als auch der Handlungsebene zu analysieren. Am Ende soll eine dokumentierte Gegenüberstellung verschiedener Konzeptionen des Begriffs und des Umgangs mit ihnen stehen.
 


