Veranstaltungsprogramm 2013

28.10.2012 – 31.10.2012Geistes- und sozialwissenschaftliche Tagung in der Villa Vigoni
Literarische Formen der Philosophie in Antike, Renaissance und Früher Neuzeit
Koordination: Prof. Dr. Gernot Michael Müller, Eichstätt; Prof. Dr. Enno Rudolph, Luzern


Dass die literarische Form, in der philosophische Gedanken formuliert werden, für deren Interpretation von hoher Relevanz ist, wird in der Forschung erst allmählich zur Kenntnis genommen und dies, obwohl sich unter den bevorzugten Gattungen des philosophischen Diskurses auch solche von hoher literarischer Kunstfertigkeit finden, wie dies etwa beim literarischen Dialog der Fall ist. Dabei zeigt sich, dass jede Epoche der Philosophiegeschichte ihr je eigenes Gattungsrepertoire herausgebildet hat, welches sich in jeweils spezifischer Kombination aus Adaptationen über mehrere Epochen hinweg gepflegter Gattungen und solchen zusammensetzt, die nur in dieser selbst wirksam geworden sind. Somit liegt nahe, dass ein konstitutiver Zusammenhang zwischen der Signatur des philosophischen Diskurses und des Gattungsspektrums besteht, in dem dieser innerhalb einer Epoche geführt wird. Und in der Tat wechseln sich in der Philosophiegeschichte Phasen, in denen literarische Formen von größerer gedanklicher Uneindeutigkeit und insgesamt höherer literarischer Komplexität bevorzugt wurden, mit solchen ab, die sich bei der Wahl ihrer Darstellungsformen von argumentativer Strenge, Eindeutigkeit und systematischer Präzision haben leiten lassen.

Das geplante Kollquium möchte sich den soeben angedeuteten Fragen und Zusammenhängen zuwenden, und diese an exemplarischen Fällen aus Antike, Renaissance und Früher Neuzeit erörtern. Es steht in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Abschluss der Arbeiten an der dreibändigen Überblicksdarstellung über die Geschichte der Philosophie in Renaissance und Humanismus, die 2013 in der Reihe „Ueberwegs Grundriss der Geschichte der Philosophie“ erscheinen und erstmals ein umfassendes Panorama der Philosophie dieser Epoche geben wird. Die teilnehmenden Referentinnen und Referenten setzten sich aus Autorinnen und Autoren des Handbuchs sowie aus weiteren Forscherinnen und Forschern zusammen, die im zur Debatte stehenden Gegenstand einschlägig ausgewiesen sind.
 
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